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Daten sind wunderschön!

22. 09. 2010, uli

„Daten sind wunderschön“, sagen die fünf Jungs der Designagentur „Your Neighbours“. In erster Linie geht es Ihnen darum, Daten aufzubereiten und zugänglicher für alle zu machen. Rund um diesen Anspruch gestalten sie Websites, erstellen Infographics und hacken sich auch schon mal in die Datenbank der einen oder anderen Regierung ein. Für einen guten Zweck, versteht sich! Eines ihrer größten Projekte ist der „music hack day“, im Moment arbeiten sie an einer Plattform, die allen helfen soll und ganz nebenbei konzipieren sie ein Buch, das, wenn es nach ihnen geht, demnächst im Taschenverlag publiziert werden soll. Begonnen hat die Gruppe rund um die beiden Brüder Floris und Edial Dekker mit einem radikalen Umzug von Amsterdam nach Berlin, wo sind niemanden kannte. Ihr Ziel: Sechs Monate lang mit einer gut gehenden Agentur in Berlin zu leben. Mittlerweile sind sie seit zwölf Monaten dort, haben den Webauftritt von Rammstein völlig neue gestaltet und gerade einen Auftrag unterschrieben, der sie für ein weiteres Jahr beschäftigt.

Was macht Ihr im Moment?

Floris: Wir arbeiten gerade an einer Webplattform, die allen hilft. Sie heißt www.helpwith.it soll Leuten aus allen möglichen Bereichen zusammen bringen und unterstützen.
Edial: Außerdem machen wir ein Buch. Unser nächstes Ziel ist es, dieses Buch bei Taschen zu veröffentlichen. Ein Buch über Berlin.

Wie außergewöhnlich!

Floris: Unser Buch beschäftigt sich mit den Dingen, die man nicht in einem Reiseführer findet. Genauer gesagt suchen wir die interessantesten Daten Berlins heraus und veröffentlichen die. Wir haben einen Stadtplan über die lautesten Flecken Berlins gemacht und natürlich auch die leisesten gefunden. Zudem haben wir herausgefunden, wo die meisten Fotos gemacht werden.
Edial: In diesem Buch wird eine ganz neue Geschichte von Berlin erzählt. Darin sind nur Dinge, die man in anderen Stadtführern niemals finden würde.

Woher wisst Ihr, wo in Berlin am meisten Blumen wachsen?

Edial: Wir haben da so unsere Methoden. Wir orientieren uns an Bildern – über Flickr zum Beispiel und bekommen auch Daten von der Regierung.

Ja, richtig! Ihr hackt Euch gern in offizielle Datenbanken! Wie war das mit der holländischen Wirtschaftskammer?

Floris: Jedes Unternehmen, dass existiert oder neu gegründet wird, muss 30 Euro bezahlen, wird dort registriert und bekommt auch Hilfe bei verschiedenen Angelegenheiten. Die Homepage dient auch der Suche, aber sie ist so unglaublich schlecht strukturiert. Sie ist kompliziert und funktioniert eigentlich nicht. Das lustigste ist, dass sie in der Nacht geschlossen ist. Wir dachten, das können wir besser. Außerdem finden wir, dass diese Daten schnell gefunden werden müssen – sie sind öffentlich und jeder sollte dazu Zugang dazu haben.

Dann habt Ihr parallel zur offiziellen Seite eine Zweite gemacht?

Edial: Ja, wir haben die angelegt, sie wird automatische upgedatet, wenn neue Firmen registrieren. Sie haben uns auch sofort kontaktiert und wollten zuerst, dass wir die Seite aus dem Netz nehmen. Aber wir machen ja nichts Illegales. Wir haben dann versucht, zusammen zu arbeiten, nur ist unsere Arbeit wirklich auf einem viel höheren Level und im Moment laufen einfach beide.

Was war der „music hack day“?

Edial: Den haben wir schon viermal veranstaltet. Es ist eine Jam Sessions für Entwickler. Rund 150 Leute kommen zusammen und haben 24 Stunden Zeit, an ihren Projekten zu arbeiten. Alles ist möglich, solange es mit Musik zu tun hat. Musiker, Designer, Programmierer etc arbeiten da zusammen. Es geht darum, Dinge zu verbessern und neue Applikationen zu schaffen. Manche davon entwickeln sich auch nach dem Treffen weiter. So zum Beispiel Citysounds.fm. Das ist zum Startup geworden und macht Umsatz.

Das ist aber noch lange nicht alles, was Euch zum Thema Musik einfällt!

Edial: Demnächst geht die neue Rammstein Homepage online. Wir haben für die Band den kompletten Webauftritt komponiert. Mit Community und Landkarten aus der Rammstein-Welt. Die Seite erzählt die Geschichte von Rammstein. Wir mögen die Musik der Band zwar nicht, aber ihr Konzept ist super. Das ist eine richtige Marke mit Konzept. Alles, was die machen, hat Hand und Fuß. Sie sind alle Perfektionisten, gehen mit Ernst an die Sache und haben sich eine richtige Industrie um ihre Band gebildet.

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