Die Schnittstelle ist fixer Bestandteil der Schmiede. Sie eröffnet diese nicht nur seit vier Jahren, sondern dient auch als Brücke von den teilnehmenden Künstlern zum beobachtenden Publikum. Anfangs in der Schmiede selbst untergebracht, findet sie seit einigen Jahren in der Galerie Pro Arte statt. Seit 2009 zieht sie sogar weiter und ist nach der Schmiede auch in einer Berliner Galerie zu sehen. Unter dem Titel „Duprass“ wurden heuer die gemeinsamen Arbeiten von jeweils zwei Künstlern gezeigt. Zu diesem Namen ließ sich Kurator Marcel Schobel vom Autor Kurt Vonnegut und seinem Buch „Cat´s Cradle“ inspirieren.
Schmiede: Cat’s Cradle – erklär uns das doch einmal
Marcel Schobel: In diesem Buch erfindet Vonnegut eine ganze Religion und definiert verschiedene Begriffe. Ein „Karass“ zum Beispiel ist eine Gruppe von Menschen, die zueinander finden, weil sie etwas verbindet. „Duprass“ ist die kleinste Form dieser Gruppierung, ein Paar. Ich habe acht Künstler aus dem SchmiedeKarass zusammen gemischt und jeweils zu zweit ein Ausstellung machen lassen. Das war sehr spannend.
Schmiede: Sind diese Künstler auf vergangenen Schmieden bereits als Team aufgetreten oder hast Du sie bunt zusammen gewürfelt?
Marcel Schobel: Teils, teils. Einige von ihnen, wie Gregor Ladenhauf und Leonhard Lass, kennen sich schon lange und arbeiten sowieso unter dem Namen „Depart“ miteinander. Sie sind in der Schmiede mittlerweile auch so etwas wie eine Institution. Inga und Claudia haben haben schon eine „lose“ Zusammenarbeit. Aber Shirin Wininger und Michael Hackl zum Beispiel haben noch nie etwas gemeinsam gemacht, wollten aber immer schon. Für Rainer und mich war es die erste Kooperation. Ich wollte für diese Ausstellung natürlich nicht irgendwelche Künstler aus Berlin, sondern Leute aus der Schmiede und habe mir überlegt, welche von ihnen als Duo interessant sein könnten.
Schmiede: Wie kam es genau zu diesen vier Konstellationen?
Marcel Schobel: Erste Gespräche hatten wir nach der Schmiede 2009. So richtig konkret wurde es erst drei bis vier Monate vor der Ausstellung.
Schmiede: Und Du warst zufrieden?
Marcel Schobel: Und wie! Die Ausstellung ist wunderschön geworden. Die Schnittstelle eröffnet die Schmiede ja schon länger, aber heuer wurde es richtig konkret, in dem ich Gruppen aus dieser Kulturplattform gebildet habe, die gemeinsame Arbeiten präsentierten. Das Netzwerk muss stärken werden. Man muss auch unter dem Jahr schon auf die Schmiede hin arbeiten.
Schmiede: Was ist denn die Schmiede für Dich? Du kommst ja schon seit Jahren!
Marcel Schobel: Sie ist wie ein Lager für mich. Ein Rückzugsort. Es ist ein großer Luxus, mit so vielen unterschiedlichen Leuten, die hier her kommen, arbeiten zu können. Die vor allem auch immer wieder kommen!
Schmiede: Möchtest Du zum Abschluss unseres Interviews noch etwas los werden?
Marcel Schobel: Ein herzliches Dankeschön auch an Helga Besl, die uns freie Hand lässt, weil sie der SchmiedeHallein vertraut und die Qualität unserer Projekte zu schätzen weiß. Wir haben sie ziemlich vor vollendete Tatsachen gestellt, aber sie geht davon aus, dass es passt, wenn wir etwas bei ihr machen! Was ich von der Ausstellung noch sehr gerne machen würde, ist ein Katalog.
Teilnehmende Smiths:
DEPART / Leo Lass / Gregor Ladenhauf
Inga Liksaite / Caudia Rohrmoser
Shirin Winiger / Michael Hackl
Rainer Kohlberger / Herr Schobel
Interview by Uli Grabler