Auf dem Weg zum Collaborative Lifestyle
Einen spannenden Ausblick darauf, was unsere Gesellschaft zusammenführen kann, boten die drei Vorträge im Rahmen von „Schmiede welcomes Gidsy: Neues Unternehmertum im Netz“. Collaboration lautet das Zauberwort – Zusammenarbeit - ausgehend von Collaborative Production über Collaborative Consumption bis hin zu einem Collaborative Lifestyle, mit der Vision, dass letztlich jeder mit jedem direkt im aktiven Austausch steht.
Am Anfang steht die Produktion
Philipp Wassibauer, einer der beiden Initiatoren der Schmiede und Mitbegründer von www.gidsy.com stellte die Entwicklung des MedienKulturFestivals von 2003 bis heute als Beispiel für Collaborative Production, das Ermöglichen des gemeinschaftlichen Produzierens vor. Das Prinzip der Schmiede: Stelle einen Ort und grundlegende Infrastruktur – wie Tische, Technik und Essen - zur Verfügung, gib einfache Regeln für das Zusammenleben aus und dann lass’ die Leute arbeiten. Aus dem Austausch, der dadurch initiiert wird und der Kreativität der unterschiedlichen Menschen entstehen Ideen, die wiederum in vielschichtigen Projekten umgesetzt werden. Das ist das unveränderte Erfolgsgeheimnis der Schmiede Hallein – von den Anfängen mit 75 TeilnehmerInnen bis heute mit 230 Smiths aus mehr als 20 Nationen. 2012 bietet die Schmiede mit Vernissagen, Performances, Konzerten und den SchmiedeTalks viele Schnittstellen, die von einer interessierten Öffentlichkeit sehr gut genützt werden.
Dann kommt die Konsumation
Edial Dekker, Mitbegründer von www.gidsy.com widmet sich dem zweiten Aspekt Collaborative Consumption. Die Grundlagen bzw. Auslöser für gemeinschaftliches Nützen von Ressourcen sind durchaus vielfältig: von den technischen Entwicklungen der IT, über das Spannungsverhältnis von Ressourcenknappheit vs. Wegwerfgesellschaft bis hin zum zunehmenden Wunsch nach Nachhaltigkeit spannt sich der Bogen.
Die zentrale Säule der Collaborative Consumption bildet die Kommunikation. Ihre Entwicklung - von Face to Face über Vervielfältigung von Inhalten durch den Buchdruck bis zur Kommunikation via Computer und Smartphones - hat das Zusammenleben der Menschen extrem verändert.
Das Projekt Gidsy greift das zunehmende Bedürfnis unserer Gesellschaft nach Nachhaltigkeit auf. Es spiegelt als Plattform bzw. offener Marktplatz für individuelle Angebote einen weiteren Anspruch an Collaborative Consumption: Es geht den Menschen darum, Ressourcen gezielter und bedarfsorientierter zu nützen und sich unabhängiger von vorgegebenen Produkten zu machen. Angebot trifft Nachfrage, und zwar direkt, ohne Vermittler.
Open Data als Grundlage für Collaborative Life
Die wesentliche Grundlage für den Collaborative Lifestyle bilden Open Data, denen sich Stefan Wehrmeyer in seinem abschließenden Vortrag widmete. In den Daten von Regierungen, Kommunen und Verwaltung, die unter freien Lizenzen veröffentlicht werden steckt enormes Potential für Entwickler. Sie schöpfen aus Geodaten, Umweltdaten oder Finanz- und Haushaltsdaten Mehrwert, indem sie sie der Allgemeinheit verfügbar machen. Von kleinen Apps, die den Alltag von Bürgern einfacher gestalten können, bis zu großen Datensätzen, die den Staat transparenter machen reicht die Bandbreite. Am Beispiel von Offenerhaushalt.de, offenesparlament.de bzw. mapnificent.net zeigte der Informationsfreiheits-Aktivist aus Berlin wie und wo man an offene Daten kommt und was damit transparent und nutzbar wird. Wehrmeyer ist Mitgründer des Open Data Networks, Mitglied der Open Knowledge Foundation und leitet die Plattform FragDenStaat.de
Am Samstag Nachmittag bot das Gidsy-Team den Schmiede-TeilnehmerInnen die Gelegenheit, Präsentationen zu verschiedensten Themen und Filme zu präsentieren. Um Erfolgsfaktoren für Start-Ups am Beispiel, wie man es nicht machen sollte, um den Körper in der bildenden Kunst ging es dabei. Weiters stand din Film über das Filme-Machen auf dem Programm.
Sonntag: Bei Gidsy-Experiences mitmachen
Der Sonntag bot die Gelegenheit, an Gidsy-Experiences teilzunehmen. In Gidsy ausgeschrieben: Der Rundgang „Saline and Schmiede Tour“ bot „Geschichten“ zur Alten Saline auf der Pernerinsel und zur Entwicklung des MedienKulturFestivals „Die Schmiede“, beim „Mushroom Hunting“ lud Schmiede-Initiator Rüdiger Wassibauer zum Schwammerlsuchen ein.